Weihnachtsferien = Kinozeit …
Um die zehn Mal im Jahr schaffe ich es ins Kino zu gehen. Jedes Mal ist es eine Bereicherung und ich gehe erfüllt von etwas, das sich schwer beschreiben lässt, wieder hinaus. Aber es ist nicht einfach, sich alle Filme anzusehen, die man sich vornimmt. Beruf, Familie, Bequemlichkeit — ins Kino zu gehen fällt nicht immer leicht. Aber besonders zum Jahreswechsel herum schaue ich mir meistens drei, vier Filme in kurzer Zeit an, es ist meine Lieblingszeit, um ins Kino zu gehen.
Heuer stachen für mich zwei Filme besonders heraus: Better Man von Michael Gracey und Konklave von Edward Berger. Beide Filme eindeutig fürs Kino gemacht: Bildgewalt, Schnitt, Attraktion. Besonders Konklave ist so gut geschnitten, dass es eine Wohltat für Augen und Ohren ist. Better Man besticht aus meiner Sicht durch den kleinen Affen (den jungen Robbie Williams), den man gleich zu Beginn ins Herz schließt: Die Szene, wo ihn sein Vater verlässt, ist deswegen so stark, weil ein Affenkind verlassen wird und wir das — aus irgendeinem Grund — nicht ertragen. Die Kinderaffen-Interpretation von “Feel” ist einer der stärksten Musikmomente, der mir in letzter Zeit in einem Film untergekommen ist. Und überhaupt: Ich finde die Idee mit dem Affen sowieso genial. Es war der Grund, warum ich mir den Film angesehen habe (für andere anscheinend der Grund, ihn sich NICHT anzusehen). Aber ich fand den Affen großartig. Wie er bei den Konzerten abgeht, seine Performance, die ständige Absurdität, an die man sich bald gewöhnt und die dann eine ganz eigenartige Atmosphäre erzeugt … also wenn der Affe kokst und sich ansauft, dann kann das schon was.
Schade, dass der Film im Box Office nicht gut performed hat, ich hätte es ihm gewünscht. Die Macher haben sich was getraut und die Idee grandios umgesetzt. Der Kinobesuch war etwas ganz besonderes. Eine Show.
Konklave wiederum hat trotz seiner Eigenart (Film über die Kirche, Vatikanthriller) ziemlich abgeräumt an der Kinokasse. Ein kleines Wunder, so kommt es mir vor. Man muss schon zugeben: Die Story ist bissl an den Haaren herangezogen. Fühlt sich nicht ganz authentisch an. Aber schei*egal, der Film ist geil. Die Hauptrolle, das Setting und Ambiente, die Musik, die Spannung — als würde man sich plötzlich darum scheren, wer Papst wird — und, wie gesagt, der Schnitt. Das ist vor allem ein handwerklich gelungener Film. Und es freut mich, dass die Leute darauf abfahren. Der Film hat über 100 Millionen eingespielt (und ca. 20 Mio. gekostet). Das ist schon was besonderes, für eine Original-Story (nach Buchvorlage) im Zeitalter der Remakes und IP-Filme.

